Dispokredite – laut Finanztest zu teuer

Nicht jeder Verbraucher kommt mit seinem monatlichen Einkommen über die Runden und hat am Ende des Monats auch noch ein paar Euro übrig. Meistens ist es andersherum, der Monat ist noch nicht zu Ende und das Geld ist weg. Damit die nötigen Verpflichtungen erledigt werden können und der Strom nicht abgedreht wird, muss wohl oder übel ein Dispokredit eingerichtet werden. Übel deshalb, weil die Banken und Sparkassen ordentliche Zinsen für diese Überziehung des Kontostandes verlangen. Das hat auch die Zeitschrift „Finanztest“ kritisiert, die in einer umfangreichen Studie herausgefunden hat, dass die Banken bis zu 15,32 % für Überziehungszinsen verlangen. Auch wenn der Schnitt bei 11,76% liegt, ist dies immer noch deutlich zu hoch und ebenso negativ zu sehen wie die Tatsache, dass die Transparenz vieler Banken gegenüber den Kunden zu wünschen übrig lässt.

Eine lukrative Einnahmequelle für die Banken

Betrachtet man die aktuelle Situation am Geldmarkt, die Banken können momentan so günstig wie nie an Geld kommen, könnten sie mit weniger Ehrgeiz im lukrativen Verdienst auch weniger an Zinsen verlangen. Wenn sie sich das Geld bei der Europäischen Zentralbank für 0,75 % leihen und es dann für fast das doppelte den Kunden für die Überziehung des Kontos berechnen, kann man dies freundlich ausgedrückt als sehr geschäftstüchtig ansehen. Den Kunden wird’s ärgern, denn für ihn bleibt gar keine andere Möglichkeit, da bis auf wenige Ausnahmen die Überziehungszinsen in etwa gleich hoch sind. Außerdem gehört ein Überziehungskredit wohl kaum zu den besonderen Risiken für eine Bank, denn ohne Kontoauflösung kann kein Kunde die Bank wechseln und das wird wohl nur aufgelöst, wenn es auch einen Kontostand von 0 aufweist. Für den Kunden kommt erschwerend hinzu, dass die Banken ihre Dispozinsen nicht immer öffentlich machen. Ein Preisvergleich ist also recht schwierig.

Das Internet ist auch hier wieder einmal nützlich

Auch in dieser Hinsicht kann der Verbraucher sich die große Informationsflut im Internet zunutze machen. Nicht unbedingt auf einem Vergleichsportal, denn nicht jede Bank legt die Höhe ihrer Dispozinsen offen. Aber durch den Wechsel zu einer Onlinebank, die in Bezug auf die Überziehungszinsen in aller Regel günstiger ist, als die örtliche Filialbank. Ein vergleich der Girokonto ist ohne Weiteres möglich. Vergleichsportale legen die gesamte Preisliste der Direktbanken offen, sodass jeder Kunde auswählen kann, ob er die Bank nach der Höhe der Dispozinsen, der Kontoführungsgebühr oder der Kreditzinsen auswählt.

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20. Oktober 2012 von

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