Hauskauf

HauskaufEs kommt bei fast jedem früher oder später die Zeit, wo man sich über den Hauskauf Gedanken macht. Nicht jeder entscheidet sich letztendlich dafür, aber überlegen tut fast jeder.  Und das ist auch genau richtig: Vor dem Hauskauf sollte man sich genau überlegen, ob diese Entscheidung in der jeweils individuellen Lebenslage richtig und auch finanziell möglich ist. Denn die Finanzierung eines solch großen Projekts ist meist über Jahrzehnte ausgelegt. Demzufolge erfordert ein Hauskauf grundsätzlich eine gesicherte Einkommenslage, also feste Jobs.

Aber welche Punkte sind in Bezug auf den Hauskauf zu beachten und was ist in Hinsicht auf die Finanzierung wichtig?

Die Entscheidung, ein Haus zu kaufen, trifft man in aller Regel nicht allein. In den meisten Fällen wird ein solcher Hauskauf mit der Partnerin oder dem Partner ausführlich diskutiert und selbst wenn der überzeugt ist, gibt es noch andere Stellen, an denen man scheitern kann. Im Regelfall wird nämlich ein Kredit für den Hauskauf notwendig sein. Demzufolge muss auch die jeweilige Bank mitspielen und den Kredit gewähren. Hierzu ist es meist notwendig, über gesicherte Jobs und guter Einkommenslage verfügt.

Letztendlich entscheidet die Bonität schließlich auch über die Höhe der Zinsen, die gezahlt werden muss. Wer zum Beispiel einen gut bezahlten Beamtenstatus besitzt, wird eher und vor allem günstiger einen Kredit für einen Hauskauf bekommen, als jemand, der nur über einen befristeten Zeitarbeitsvertrag verfügt.

Tipp: Eine Vollfinanzierung ist – wenn sie überhaupt möglich ist – meist teurer, als wenn man selbst einen Teil vom Ersparten dazu steuern kann.

Schritt 1: Einkommenslage unter die Lupe nehmen

Zunächst einmal ist es wichtig herauszufinden, wie hoch die monatliche Belastung für das Darlehen sein darf. Dazu sollte jeder interessierte Hauskäufer eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung aufstellen. Wichtig dabei ist, nur Einnahmen zu berücksichtigen, die auch dauerhaft gesichert sind (also keine Überstunden und Zuschläge voraussetzen, da diese schnell wegfallen können).

Schritt 2: Angebot der Bank einholen

Mit dem Ergebnis, wie hoch die monatliche Belastung sein darf, kann es dann direkt zur Bank gehen. Hier sollte man sich ausführlich beraten lassen, welche Kredithöhe aufgrund der möglichen monatlichen Belastung möglich und sinnvoll ist. Auch über die Laufzeit sollte man sich Gedanken machen. Gleichzeitig kann man natürlich bereits Ausschau nach interessanten Immobilien halten.

Schritt 3: Hauskauf und Vertragsabschluss

Jetzt, nachdem man eine für sich passende Immobilie gefunden hat und seinen Kreditrahmen gewährt bekommen hat, kommt der schwierigste Teil: Der eigentliche Hauskauf und der Vertragsabschluss. Wirklich wichtig ist, dass man den Hauskauf keinesfalls alleine abschließt. Das ist grundsätzlich auch gar nicht möglich. Schließlich ist wegen des Kredits schon einmal die Bank mit involviert. Diese wird sich auch ins Grundbuch eintragen lassen, da sie den Kredit für den Hauskauf zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wird ein Notar beauftragt, den Kaufvertrag zu beurkunden.

Wichtig: Haus nur gegen Ware. Das heißt, dass man sich für ein sogenanntes Notaranderkonto entscheiden sollte. Warum? Ganz einfach: Weil der Käufer das Geld auf dieses Konto überweist, worüber nur der Notar verfügen kann. Jetzt stellt der Notar die betroffene Immobilie lastenfrei. Der Verkäufer erhält das Geld vom Notar allerdings erst dann, wenn der Käufer als neuer Eigentümer umgeschrieben wurde. Dieser Ablauf bietet Sicherheit für beide Seiten.

Bankkredit für den Hauskauf

Wie bereits oben erwähnt sollte man sich mit dem Bankkredit für den Hauskauf keinesfalls in eine finanzielle Schieflage bringen. Auch wenn man den Kredit für die Immobilie zum jetzigen Zeitpunkt gut zurückzahlen kann, sollte man sich stets die Frage stellen, wie es in zehn oder fünfzehn Jahren aussieht: Ist die Finanzierung dann immer noch gesichert? Riskiert man hier zu viel, kann das schnell der finanzielle Ruin bedeuten.

Tipp: Wer erst in einigen Jahren den Immobilienkauf in Angriff nehmen will, sollte auf jeden Fall jetzt schon einmal anfangen, vorzusorgen. Das geht zum Beispiel mithilfe eines Bausparvertrags. Hier zahlt man selbst einen monatlich festgelegten Betrag über mehrere Jahre ein, bekommt die Summe sogar noch verzinst und erhält am Ende der Laufzeit einen sehr preiswerten Kredit in derselben Höhe, wie die Summe, die man vorab in den Jahren eingezahlt hat.

Passenden Haustyp finden

Wer denkt, jedes Haus passt zu jedem Käufer, liegt definitiv falsch. So stellt ein Alleinwohnender zum Beispiel völlig andere Anforderungen an seine zukünftige Immobilie wie ein Paar, das gegebenenfalls sogar Kinder hat. Auswählen kann man im Grunde zwischen dem klassischen Einfamilienhaus, dem Reihenhaus oder der Doppelhaushälfte. Das Einfamilienhaus bietet natürlich am meisten Ruhe, Privatsphäre und Freiheit, ist aber demzufolge auch entsprechend teuer – gerade in Großstädten nahezu unbezahlbar.

Eine Alternative stellt gerade für junge Familien eine Doppelhaushälfte dar. Warum? Ganz einfach: Zwar verzichtet man auf ein kleines Stück Privatsphäre, dafür profitiert man im Regelfall von einem niedrigeren Kaufpreis und zusätzlich von niedrigeren Energiekosten. Der Grund dafür liegt in der Wärmeabstrahlung der einen Doppelhaushälfte zur anderen. Durch moderne Bauweisen und Baumaterialien ist der Lärmpegel meist auch kein Thema mehr.

Kurz-Check vorm Hauskauf

Damit sich der eigene Hauskauf nicht als Flop entpuppt, sollte man im ersten Schritt auf einige Dinge achten, bevor man zuschlägt. Gerade bei vermeintlichen Schnäppchen sollte doch nochmal genauer hingesehen werden.

  • Außenwände und Fassaden unbedingt auf Risse oder sonstige Beschädigungen überprüfen (im Zweifelsfall Gutachter hinzuziehen)
  • Bäder sollten mit einem Fenster ausgestattet sein (oder zumindest mit einer Belüftungseinrichtung, um Schimmel vorzubeugen)
  • Insgesamt bei der Besichtigung genau auf eventuell vorhandene Schimmelspuren achten
  • Garten sollte im Optimalfall südlich ausgerichtet sein und es sollten genug Abstellmöglichkeiten (Keller, Dachboden usw.) vorhanden sein
  • Tipp fürs Alter: Darauf achten, dass Schlafzimmer und Badezimmer im Erdgeschoss sind und barrierefrei zu erreichen sind

Hierbei handelt es sich natürlich nicht um eine abschließende Checkliste, sondern nur um die Grundvoraussetzungen, die gegeben sein müssen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall zusätzlich einen Experten heranzuziehen, der sich ein Bild von der Immobilie macht.

Fazit zum Hauskauf

Der Hauskauf und die damit verbundenen Finanzierungsfragen und –risiken sind definitiv eine Entscheidung fürs Leben. Wer hier zu voreilig und unüberlegt handelt, riskiert schnell den finanziellen Ruin. Deswegen ist es auf jeden Fall ratsam sich vorab zumindest ein kleines finanzielles Polster anzulegen oder zumindest mit einem Bausparvertrag vorzusorgen. Da das allgemeine Zinsniveau zurzeit auf einem sehr niedrigen Niveau ist, steht einem Hauskauf mit preiswertem Bankkredit in dieser Zeit nichts mehr im Wege

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6. Juni 2014 von